• 21. Mai 2022 5:19

Mogelpackung Reallabor

Mai 6, 2022

Reallabore sollen zeitlich begrenzte Experimentierräume sein, in denen ergebnisoffen Maßnahmen ausprobiert werden können. Wenn wir Vergangenes im Verkehrsbereich Revue passieren lassen (von der ersten Umwidmung einer Autospur auf der Herrenalber Straße 2007 bis zu den Pollern im Zirkel), stellen wir fest: bislang wurden solche Reallabore stets zu einem Dauerzustand.

Zur laufenden zweiten Spezialoperation an der Herrenalber Straße steht das Ergebnis schon fest: (Rück-) Baubürgermeister Fluhrer will – ganz die Stimme seines Herrn – die dem Auto geklaute Spur fürs Rad behalten (s. BNN). Dass diese kein Publikumsmagnet ist und Radler dort vielfach den Gehweg nutzen – egal. Ganz nach dem Motto „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Auf-stände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt“, wie es nüchtern einst Herr Juncker formulierte.

So wird auch die Sperrung der Karlstraße ab Juni als Reallabor dauerhaft sein. Ob die Menschen dort vom Auto befreit werden wollen oder nicht, ist irrelevant. Nur Naive glauben tatsächlich, ein Zurück sei eventuell möglich und der Versuch ergebnisoffen und stimmten im Gemeinderat gemeinsam mit den grün-linken Autohas-sern zu.

Allein die AfD sagte Nein zur Mogelpackung Reallabor.